Georg Zielonkowski/asl

Das ist die neue FC Energie Spitze

Cottbus. Am 14. Dezember 2020 gab es gravierende Veränderungen in der Vereinsspitze des FC Energie Cottbus. Der bisherige Präsident Matthias Auth und Vizepräsident Dr. Axel Harnath gehören seitdem nicht mehr dem Präsidium des FCE an.

Zeitgleich stellte das Präsidiumsmitglied Georg Kapplinghaus sein Amt zur Verfügung. Der Verwaltungsrat hat mit sofortiger Wirkung Hagen Ridzkowski und Ralf Lempke in das Präsidium berufen. Im Zuge dessen wurde Sebastian Lemke zum Präsidenten ernannt, ihm wird Hagen Ridzkowski als Vizepräsident zur Seite stehen.

Im Interview stellt sich der 12. Energie-Präsident seit 1990 vor und spricht über die aktuelle Lage beim FC Energie.

Sie sind der Energie-Familie noch unbekannt, darum stellen Sie sich bitte selbst vor...

Also, ich heiße Sebastian Lemke, bin 37 Jahre alt. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Seit 20 Jahren bin ich glühender Anhänger des FCE. Ich bin seit neun Jahren Geschäftsführer und Mitgesellschafter der Handelshof Cottbus GmbH, einem technischen Fachgroßhandel für das regionale Handwerk und die Industrie. Was den Cottbuser Fußball betrifft, habe ich hier im Stadion der Freundschaft in der Saison 2000/2001 der 1:0-Sieg des FCE über den großen FC Bayern miterlebt und bin seitdem quasi vom Energie-Virus infiziert.

Letzten Herbst sind Sie in den Verwaltungsrat des FCE gewählt worden. Wenige Wochen darauf ging es noch eine Stufe hinauf in die Position des Präsidenten. Wie kam es dazu?

In einer gemeinsamen Sitzung von Präsidium und Aufsichtsrat wurde am 14. Dezember die gegenwärtige Wirtschaftssituation dargestellt, woraufhin dem Präsidium die Vertrauensfrage gestellt wurde. Weil es in der bisherigen Art nicht weitergehen dürfe, wie wir festgestellt hatten. Dann hat der Verwaltungsrat für sich getagt und da wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen kann, das Präsidentenamt zu übernehmen. Mein Bauchgefühl hat mir geraten, das Angebot anzunehmen. So bin ich nun der jüngste Energie-Präsident und es dieses Vertrauen ist mir eine große Ehre.

Der Verein ist wirtschaftlich keineswegs auf Rosen gebettet. Pessimisten sprechen von der Gefahr einer Insolvenz. Ist da was dran?

Das muss ich ganz klar verneinen, denn wir haben keinen Insolvenztatbestand. Wir müssen kurzfristig, das heißt bis 30. Juni finanziell stabil werden. Es gibt ein Defizit im Haushalt und dieses Defizit müssen wir bis 30. Juni decken. Was durch die Corona-Krise natürlich besonders schwer ist. Wir spielen seit März ohne Zuschauer, diese Einnahmen fehlen uns. Wir reden von 70.000 Euro pro Spiel vor leeren Rängen. Letzte Woche hat die »AG Fortführung Spielbetrieb der Regionalliga Nordost« beschlossen, die Spielpause bis zum 28.Februar zu verlängern.

Was bedeutet dies für den FCE?

Mich hat diese Entscheidung nicht überrascht. Schauen Sie sich die Pandemielage und Deutschland und speziell in Spree-Neiße und Cottbus an. Es konnte einfach keine andere Entscheidung geben. Alles andere wäre unverantwortlich gewesen. Nun warten wir gespannt auf den 27. Januar, dann trifft diese Arbeitsgruppe neue Entscheidungen.

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