Elisa Thaute

"Die Leute mit Tanz inspirieren"

Cottbus. Der "Professor des Stepp-Tanzes" kommt nach Cottbus

Der traditionelle "Tap Dance", die amerikanische Variante des Stepptanzes, entstand in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts in New York City. In dem Geburtsland dieses Tanzstils unterrichtet Jeremy Kiesman regelmäßig an der renommierten Oklahoma City University die Kunst und Wissenschaft des Stepptanzes. Gleichzeitig ist er Mitwirkender der bekannten Show "Magic Of The Dance", die am 8. Januar um 20 Uhr in der Cottbuser Stadthalle live zu erleben ist. Wir hatten Gelegenheit, mit dem Rotschopf zu sprechen.

 

Jeremy, wie haben wir uns Deinen Unterricht als "steppender Professor" vorzustellen? Steppst Du auch auf Deinem Stehpult?Nicht nur dort! Als Lehrer möchte ich meinen Studenten die Kunstform des Stepptanzes näherbringen. Mein Ziel ist es, ihnen zu helfen, eine eigene Beziehung zum Stepptanz aufzubauen, damit sie dann ihre Stärken dort entdecken und einen eigenen Stil für sich finden können. Wenn man sich einmal mit dieser Kunst vertraut gemacht hat und sie sich einem offenbart, wird man als Künstler geformt. Ich persönlich tanze durch die ganze Klasse. Mein Wunsch ist es, sie dadurch zu inspirieren.

Ist Steppen eine Wissenschaft?Steppen ist das, was man daraus macht. Es kann eine Wissenschaft sein, wenn man es als solche behandelt, es ist Sport, wenn man den Schwerpunkt darauf legt. Für mich persönlich ist es die Kunst, musikalische und rhythmische  Ideen auszudrücken und die Leute mit dem Tanz zu inspirieren.  

 Wie wird man Professor des Stepp-Tanzes?Wie auch in den anderen Disziplinen - man wird dazu berufen. Viele Jahre habe ich als Professor des rhythmischen Steppens an der privaten Universität von Oklahoma City in den USA Studenten unterrichtet. Meine eigenen Lehrer Dr. Henry Le Tang, Dr. Buster Brown und Dr. Bunny Briggs hatten Doktortitel im Steppen.

Was ist die erste Lektion für Deine Studenten?Das erste, was ich meinen Studenten beibringe ist: analytisches Zuhören. Nicht nur den Sound der Musik oder den Rhythmus der Füße wahrnehmen, sondern aktiv mit den Ohren, dem Verstand und dem Herzen alle Schwingungen und Strukturen aufnehmen. Wenn man den musikalischen Eindruck dekliniert, kann man jede Choreographie oder Improvisation umsetzen und weiter entwickeln.

Wann hast Du mit dem Steppen angefangen?Mit zwölf Jahren habe ich in New York meine ersten Unterrichtsstunden genommen. Ich wusste sofort, dass ich dem Stepptanz mein Leben widmen werde. Meine Mutter brachte mich zu einigen der größten Stepp-Meister. Es war ein Segen, dass ich all diese Jahre von diesen Künstlern lernen durfte. Leider sind mittlerweile fast alle von ihnen verstorben. Ich trage immer noch ihre Weisheit und Lehre in mir und versuche dies zusammen mit meinem eigenen Wissen der nächsten Generation zu vermitteln.

Karten für "Magic Of The Dance" gibt es im VVK u.a. beim WochenKurier Cottbus.

Foto: Agentur/Archiv

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