asl/mlh

Tierheim in Corona-Zeiten

Cottbus. Das Tierheim Cottbus ist momentan das Zuhause von etwa 200 Hunden, Katzen und Kleintieren. Und die wollen auch zu Pandemiezeiten versorgt werden.

„Anfang letzten Jahres mussten wir für zwei Monate in Kurzarbeit“, berichtet Tierheimleiterin Claudine Klose. „Durch die Kontaktverbote und Auflagen durften auch keine ehrenamtlichen Helfer mehr zu uns kommen. Das war ein erheblicher Einschnitt und bedeutete zusätzliche Arbeitsbelastung.“


Auch für die Tiere war die Schließung des Tierheims für Besucherverkehr mit Einschränkungen verbunden. „Unser Projekt „Kinder lesen – Katzen lauschen“, bei dem normalerweise Kinder zu uns kommen und in den Katzenzimmern lesen, musste durch Corona natürlich ausgesetzt werden. Gerade für unsere zurückhaltenden Tiere, war das eine schöne und vor allem entspannte Möglichkeit die Scheu vor dem Menschen zu verlieren.“

Inzwischen dürfen zumindest die Stamm-Gassigänger ihre geliebten Fellnasen wieder ausführen. Allerdings mit klarem Hygienekonzept und Abstandsregeln.

„Für uns wäre es fatal, wenn wir in Quarantäne müssten. Schließlich muss immer jemand da sein, der sich um die Tiere kümmert“, beschreibt Claudine Klose die Sorge, die seit Pandemiebeginn das Team beschäftigt.


Doch neben dieser Sorge, sind auch Spenden ein Thema, was das Cottbuser Tierheim zurzeit sehr beschäftigt. „Wir finanzieren uns zum Großteil über Spenden“, erklärt die Tierheimleiterin. „Allerdings ist aufgrund der aktuellen, unsicheren Situation die Spendenbereitschaft verhalten. Das ist verständlich. Viele Menschen sind verunsichert und wissen nicht, wie es weitergeht. Für uns ist das natürlich ein großes Problem.“ Projekte wie die Erneuerung unserer Katzenkrankenstation mit Quarantäneboxen sind daher erst einmal zurückgestellt. Regelmäßige Promotion-Aktionen, Aufklärungskampagnen oder Festivitäten mussten aus bekannten Gründen ausfallen. Umso schöner ist es dann für das Team, wenn Tierfreunde auf eigene Faust Spendenaktionen ins Leben rufen, um den Tierschutz zu unterstützen.

Trotz aller Einschränkungen kann Tierheimleiterin Claudine Klose der Situation auch Positives abgewinnen: „Aufgrund der geltenden Vorschriften sind Vermittlungen nur nach vorheriger Terminabsprache möglich. So kann das Team den Arbeitsablauf perfekt planen und die Interessenten müssen keine großen Wartezeiten in Kauf nehmen.“ Der Vermittlungsquote hat die Pandemie nicht geschadet. „Wir haben im Schnitt genauso viele Tiere wie in den letzten Jahren vermittelt“, teilt die Tierheimleiterin mit.

Dass in solch schwierigen Zeiten alle zusammenhalten müssen, hat sich auch im Bereich Tierschutz gezeigt. „Seit Pandemiebeginn arbeiten wir enger mit anderen Tierheimen und Tierschutzorganisationen zusammen. Wir tauschen Erfahrungen aus oder übernehmen gegenseitig Tiere, wenn die Kapazität bei uns oder den anderen Tierheimen vorhanden ist. Das ist auch ein positiver Effekt gewesen. Wir sind enger zusammengerückt.“


Doch die nächste Herausforderung wartet schon auf das Team des Tierheims Cottbus. „Die Kitten Saison startet bald wieder. Letztes Jahr hatten wir wesentlich mehr Fund- und Abgabekätzchen, als in den Jahren zuvor“, berichtet Claudine Klose und hat eine ganz deutliche Bitte an alle Katzenbesitzer: „Bitte Katzen kastrieren lassen und keine Tiere aussetzen, sondern bei uns abgeben, wenn man sich nicht um sie kümmern kann.“

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.