Jan Hornhauer

Zu- und Absagen: Die Misere eines Meetingveranstalters

Cottbus. Nach den Olympischen Spielen pausieren viele Topathleten in dieser Hallensaison oder kommen erst langsam in Fahrt. Ob in Arnstadt oder Cottbus ? die Wettkampforganisatoren suchen händeringend nach guten Springern. Das internationale Springer-Meeting in Cottbus bietet am 30. Januar dennoch exzellenten Sport mit jeder Menge Unterhaltung.

Da freuten sich beispielsweise die Organisatoren, weil wenigstens eine deutsche Springerin in guter Form ist ? Marie-Laurence Jungfleisch  (Ariane Friedrich will sich nach einem schwachen Jahr lieber im Weit- statt Hochsprung probieren). Die Zusage des Trainers lag vor. Und dann bekommt die talentierteste deutsche Springerin keine Freistellung von der Arbeit. Die Hochspringerin muss nämlich, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, einem  Vollzeit-Job als Erzieherin nachgehen. Also nochmal deutlich: eine deutsche Hochleistungssportlerin, die aber nur in der Freizeit trainieren kann?  Weil viele ihrer Kolleginnen momentan krank sind, wurde jetzt entschieden, dass sie vom Arbeitgeber für das Cottbuser Meeting am 30. Januar nicht frei bekommt. Eine andere leistungsstarke Springerin hat die deutsche Leichtathletik aber im Moment nicht zu bieten. Nun wird das international renommierte Meeting in Cottbus wohl ohne nationale Starterinnen bleiben, wie schade!

Die ursprünglich gemeldete Svetlana Shkolina (Bronze bei Olympia) verletzte sich in der vergangenen Woche, aber Ersatz konnte glücklicherweise prompt gebucht werden: die russische Landsfrau Irina Gordeyeva sagte spontan zu. Sie hält mit 2,01 m den Meetingrekord in Cottbus. Weitere Springerinnen kommen aus Polen, Belgien, Rumänien, Kroatien und Usbekistan ? also eine bunte Mischung.

Bei den Männern sieht es für die Deutschen besser aus. Vier nationale Stabhochspringer stehen auf der Startliste, allen voran Björn Otto, der aktuelle deutsche Rekordhalter und 6,01-m-Springer, Vizeolympiasieger von London, Silber bei EM und Hallen-WM 2012. Der Kölner blickt auf die bislang erfolgreichste Saison zurück und will natürlich trotz seiner 35 Jahre noch einen drauf setzen. Cottbus war für ihn stets ein besonderes Erlebnis, feierte ihn das Publikum stets wie den Sieger, bevor er einen Sprung absolvierte.

Die internationale Konkurrenz versprach ebenfalls besondere Spannung. Mit dem Australier Steve Hooker beispielsweise, der Weltmeister von 2009 (Berlin) und Olympiasieger 2010 (Peking) hatte Anfang des Jahres seine Zusage für Cottbus gegeben. Nun schreibt sein Manager Steffen Keil: "Steve ist angeschlagen und hat einige Einheiten verpasst. Jetzt haben sich Steve und sein Trainer leider dazu entschlossen, die komplette Hallensaison abzusagen. Die Zeit läuft ihm leider davon und er bräuchte nochmal 3-4 Wochen, um komplett fit zu sein. Auch möchte er nicht bei den Meetings an den Start gehen, um eine schlechte Leistung abzuliefern oder sich im schlimmsten Fall ernsthaft zu verletzen. ..Ich weiß, es sind schlechte Neuigkeiten und er hatte sich schon sehr auf Cottbus gefreut. Er war auch bei 4 weiteren Meetings bestätigt, welche wir auch absagen müssen. Bitte akzeptiere seine und meine Entschuldigung und hoffentlich können wir es bald wieder gut machen!"

Das ist für Meetingchef Uli Hobeck bitter, denn man kann nicht aus Vorsicht immer erst kurz vor dem Beginn mit den Teilnehmern an die Öffentlichkeit gehen, stets wollen die Besucher und Medien bereits vorher wissen: "Wer wird denn starten?" ? und dies wenn möglich schon Wochen vor dem Wettkampftermin. 

Die Männerkonkurrenz ist dennoch vielversprechend: neben Björn Otto, Karsten Dilla, Tobias Scherbarth und Henryk Gruber  haben der Fünfte von London, Steven Lewis (GBR), seinen Start zugesagt, so auch der russische Meister Sergey Kucheryanu (Olympia-Finalteilnehmer) und Lukasz Michalski (POL/Platz 4 WM 2011).  Damit sind wieder Top-Athleten in der Cottbuser LausitzArena am Start, dennoch bleibt ein Wehmutstropfen. Die Mischung aus Sport und Musik bringt eine besondere Atmosphäre für die Zuschauer und füllt die LausitzArena bis unters Hallendach, dies wird auch in diesem Jahr so sein, versprechen die Veranstalter.

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