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Thomas Köhler: Menschen brauchen einander

Lübben. Das Jahr 2020 geht seinem Ende zu. Das neue Jahr 2021 leuchtet uns bereits entgegen. Auf was sich Thomas Köhler, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Niederlausitz, nach dem Jahreswechsel freut und warum alle im Kirchenkreis optimistisch ins Jahr 2021 schauen können, verrät er an dieser Stelle dem WochenKurier.

Was macht Ihnen persönlich mit Blick auf das kommende Jahr 2021 Mut?

Ich gehe fest davon aus, dass die Impfung im kommenden Jahr verfügbar sein wird. Sie wird uns helfen, wieder ein normales Leben zu führen. Auch wenn ich viele Menschen treffe, die in Bezug auf diese Impfung skeptisch sind, sehe ich keinen anderen Weg, unseren gewohnten Alltag leben zu können.

Auf welche schönen Momente im kommenden Jahr 2021 freuen Sie sich besonders?

Ein väterlicher Freund ist in diesem Jahr verstorben und konnte nur von fünf Angehörigen beerdigt werden. Ich freue mich darauf, dass wir zusammenkommen können, um an ihn zu denken. Eine Silberhochzeit von Freunden konnte nicht gefeiert werden. Nun ist der 25.+1. Hochzeitstag geplant. Ich will das gewesene Silberpaar in einem Gottesdienst segnen. Wir haben einen Wanderurlaub mit zwei Ehepaaren vorbereitet. Es wird eine Freude in der Zeit des Wanderns und in der Zeit der Gespräche werden. Und dann möchte ich gern wieder in Konzerte gehen und Musik genießen.

Welche guten Gründe gibt es für alle in Ihrem Kirchenkreis, optimistisch ins nächste Jahr zu schauen?

Ich erlebe eine Sehnsucht nach Zusammenkünften. Selten haben wir so deutlich wir jetzt gemerkt, dass wir Menschen einander brauchen. Das ist in unseren Gemeinden nicht anders. Es wird eine Freude sein, miteinander die kirchlichen Feste zu begehen, manche Konfirmationen nachzuholen und sich zu Gemeindefesten zu treffen. Zudem bin ich schon jetzt gespannt, wie im Sommer unser nächsten Kirchenkreisheft aussehen wird. Wir denken über Wege nach, Wege, die wir gehen und gehen müssen.

Was hilft Ihnen persönlich, wieder Mut zu fassen, wenn Sie merken, dass das Negative versucht, Sie zu überrollen?

Eine christliche Gemeinschaft, die Herrnhuter Brüdergemeine, gibt seit fast 300 Jahren zwei Bibelverse als Losung für den Tag heraus. Sie sind vor mehr als drei Jahren ausgelost beziehungswweise ausgesucht worden. Selten habe ich so deutlich wie jetzt gemerkt, wie mir diese Bibelverse nahegehen und mich aufbauen. Ich freue mich auf die biblischen Geschichten von Advent und Weihnachten. Sie sind so schön und tröstend und wunderbar. Und dann ist es immer wieder Musik. Wenn ich Musik hören, wird für mich die Welt weit. Das ist jetzt der Messias von Georg Friedrich Händel oder Weihnachtslieder von Ola Gjeilo, einem zeitgenössischen Komponisten.

Ihr Schlusswort …?

Es wird trotz der weltweiten Pandemie Weihnachten. Was wir in jedem Jahr zu Weihnachten singen, gilt gerade in diesem Jahr: „Christ, der Retter, ist da.“

Evangelischer Kirchenkreis Niederlausitz

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Stadtrat Appel: Lasst die Innenstädte nicht sterben

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