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Virtueller Besuch im Museum Schloss Lübben

Das Museum Schloss Lübben ist trotz der Corona-bedingten Schließung erlebbar, und zwar virtuell,  berichtet Stadtsprecherin Dörthe Ziemer. »Die Mitarbeiter haben die vergangenen Wochen genutzt, um die digitalen Museumsangebote weiter auszubauen«, informiert sie.

Ganz neu ist der Video-Kanal auf der Plattform Youtube, seit längerem gibt es einen 360-Grad- Rundgang und einzelne Objekte können in einer brandenburgweiten Museumsdatenbank betrachtet werden. Außerdem ist das Museum in den Sozialen Netzwerken aktiv.

Erleben, wie Wäsche anno 1900 gewaschen wurde – mit Wanne, Waschbrett und Bleichzeit auf der Wiese, Wissenswertes über Bräuche zum St. Barbaratag oder zur Gurke am Weihnachtsbaum erfahren und mehr – das bietet der Video-Kanal des Museums auf Youtube. Marie-Christin Krüger, neue  wissenschaftliche Mitarbeiterin, und ihre Kollegin Ellen Döring sind die Darstellerinnen der Videos und bringen ihre Inhalte fundiert und humorvoll auf die Geräte der Zuschauer. Ein ganz besonderes Zeitdokument ist das Interview mit dem Lübbener Hans-Richard Groschke über die Feldpostbriefe seiner Eltern im Rahmen des Kulturlandjahres »Krieg und Frieden«.

»Aus meiner bisherigen Arbeit weiß ich um die wachsende Bedeutung von Youtube-Videos – vor allem im Bereich der historischen Vermittlungsarbeit«, sagt Marie-Christin Krüger, die vor ihrem Start in Lübben im Augustinermuseum in Freiburg gearbeitet hat.

»Das Museum Schloss Lübben hat damit nun ein Alleinstellungsmerkmal. Gerade jetzt während der Schließzeit bietet sich so ein Youtube-Kanal an, um das Publikum weiterhin zu erreichen.«

Bereits vor der Pandemie ist das Museum in das Projekt Museum digital in Brandenburg eingestiegen. Dort werden ausgewählte Objekte präsentiert. Denn Museen sind auch Orte des Bewahrens und des Forschens, aber kaum ein Museum kann alle von ihm verwahrten Objekte gleichzeitig zeigen. Vieles muss in den Depots verbleiben, was dank der Initiative museum-digital.org nun nach und nach sichtbar gemacht wird.

Aus Lübben können auf der Seite Exponate aus der Präkolumbianischen Sammlung von Götz von Houwald betrachtet werden. Dr. Götz-Dieter Freiherr von Houwald, Vertreter des seit Jahrhunderten in der Region ansässigen Adelsgeschlechts, wuchs auf Schloss Neuhaus in Lübben-Steinkirchen auf. Als Diplomat war er wiederholt in Lateinamerika, wo er sich insbesondere für die Mayangna-Indianer Nicaraguas einsetzte und von dort Objekte mitbrachte. Weitere Lübbener Objekte stammen aus den Bereichen Regionalgeschichte, Kunst, Karten, Bibliothek, Archivalien, Architektur. Außerdem kann man auf der Plattform gezielt nach Stichworten und Orten suchen.

Der 360-Grad-Rundgang wurde im Rahmen des Lübbener 360-Grad-Branchenportals erstellt und führt in die Dauerausstellung auf allen Etagen sowie in den Wappensaal. Auf seinen Social-Media-Kanälen bietet das Museum Schloss Lübben Einblicke in die derzeitige Arbeit, in laufende Projekte sowie in die museologische Arbeit anderer Einrichtungen.

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