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Elbe-Elster-Wälder vor dem Kollaps?

Elbe-Elster. Noch nicht, sagt der Landesbetrieb Forst Brandenburg. Verweist aber gleichzeitig auf eine massive Schwächung und akute Gefährdung.

Um einen Kollaps zu vermeiden, müsse sich allerdings in einem der waldreichsten Bundesländer (1,1 Millionen Hektar) dringend etwas tun. Allein in Elbe-Elster stehen derzeit 71.000 Hektar Wald, 35 Prozent des gesamten Landkreises sind bewaldet, vorwiegend (75 Prozent) mit Kiefern. Und denen geht es seit Jahren nicht mehr so richtig gut.

Stürme und Plagen

2016 wurden die Waldbestände im Südwesten durch die Kiefernbuschhornblattwespe geschwächt. Die Erholungsphase 2017, als es ausreichend Niederschläge gab, war zu kurz für die Regeneration der geschädigten Bestände. Außerdem führten die Sturmereignisse Ende 2017, das Sturmtief »Friederike« im Januar 2018 und der erste Herbststurm des Jahres 2019 (»Mortimer«), am vergangenen Montag, zu einer großen Menge Schadholz. Hinzu kommt die seit 2018 anhaltende Trockenheit, die die Situation dramatisch verschärft hat. Borkenkäfer, Prachtkäfer und pilzliche Schaderreger haben sich massiv ausgebreitet. Gleich mehrere Gründe, weshalb Forstfachleute seit einiger Zeit schlaflose Nächte haben. Scheinbar auch Forstminister Jörg Vogelsänger, der sich am Freitag in Haida, Lönnewitz und Falkenberg selbst ein Bild von der Situation machen wollte. Anstoß dürfte wohl der »Waldgipfels« des Bundeslandwirtschaftsministeriums am 25. September gewesen sein.

Geld und Geduld

Vogelsänger mahnte: »Nicht nur Waldbrände belasten unsere Wälder. Auch vertrocknete Forstkulturen - absterbende Kiefern, Buchen und Eichen - sind aufgrund der fehlenden Niederschläge, vor allem im Süden unseres Landes, ein großes Problem. Der gerade vorgestellte Klimareport für Brandenburg hat noch einmal mit Daten unterlegt, dass Brandenburg der Kern einer trockener fallenden Region wird. Wir brauchen daher umso dringender eine national abgestimmte, waldbauliche Strategie und das Knowhow der vom Bund finanzierten forstwissenschaftlichen Forschungsreinrichtungen. Nicht zuletzt auch rechtliche Rahmenbedingungen und Geld, um auf die Veränderungen des Klimas wirksam reagieren zu können.«

Feind im Visier

Reagieren müssen jetzt aber besonders die privaten Waldbesitzer, denn der »Hauptfeind« der Elbe-Elster-Kiefern ist ein kleiner Schädling namens »Prachtkäfer«, weiß Oberförster Uwe Lewandowski aus Hohenleipisch. »Das ist tatsächlich unser Hauptproblem und dieser Herausforderung können wir nur gemeinsam mit den Waldbesitzern begegnen. Der Käfer lässt sich halt nur durch eine saubere Waldwirtschaft bekämpfen. Daher ist dringender Handlungsbedarf geboten, denn schon im nächsten Frühjahr könnte die Situation noch schlimmer werden, wenn die Insekten schlüpfen. Wir haben als Oberförsterei alle Waldbesitzer verständigt und unsere Hilfe angeboten«, so Lewandowski.

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