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Flügel auf dem Weg in die Sängerstadt

Finsterwalde. Am 4. März soll der «Steinway« in der Aula des Sängerstadt-Gymnasiums ankommen.

Beste Stimmung herrschte vorige Woche am Montag während der Rückfahrt aus Hamburg. Der Steinway für die neue Stadthalle ist gekauft, freuen sich Nassib Ahmadieh als Vorsitzender des Kulturvereins der Sängerstadt und Johanna Zmeck als Pianistin und künstlerische Leiterin des Finsterwalder Kammermusikfestivals.

Spendenbereitschaft

Die Spendenbereitschaft vieler Bürger, aber vor allem der Premiumpartner und eine 50000 Euro Förderung vom Land haben die notwendige Summe von knapp 180000 Euro für den Steinway der höchsten Qualitätsstufe D – ebon erbracht. Solch einen Flügel kauft man nun aber nicht mal so nebenbei, denn er soll den Ansprüchen der neuen Stadthalle gerecht werden wie Konzerten von Kammermusik bis zu größeren Konzerten mit Orchesterbegleitung. Vor allem soll er auch den Ansprüchen der besten Pianisten genügen. Deshalb war der international gefragte Konzertpianist Martin Helmchen als Experte in der Beurteilung von Steinway-Flügeln neben Johanna Zmeck für die Begutachtung mit nach Hamburg geholt worden.

Aufgeregt konnte Johanna Zmeck kaum erwarten, die bereitgestellten Flügel bei Steinway und Sons zu testen. Sechs Flügel der Kategorie D 274 konnte Dirk Augustat von der Steinway & Sons Firmenleitung dem Finsterwalder Verein der Kulturfreunde zur Auswahl präsentieren. Schon der Anblick ließ auch bei Nassib Ahmadieh den Puls nach oben gehen. Für Martin Helmchen ist der Steinway D der kompletteste Flügel für die Ansprüche aller musikalischer Zeitepochen von Bach bis zur zeitgenössischen Musik. Das Testverfahren bereitete den beiden Musikern viel Freude. Mehr als zwei Stunden Zeit nahmen sie sich, um akribisch Spielgefühl, akustische Leistung, Farbenvielfalt der Töne in allen Einzelheiten auszutesten.

Zwischen den einzelnen Spielphasen tauschten Johanna Zmeck und Martin Helmchen immer wieder ihre Eindrücke und Urteile aus, unterstützt von Nassib Ahmadieh. Schließlich hatten sie zwei Flügel ins »Finale« geholt und testeten vergleichend noch einmal gründlich beide Instrumente. Schließlich kamen Johanna Zmeck und Martin Helmchen zum gleichen Ergebnis. »Die Nummer 6 soll es sein.« »Das wird eine einzigartige Sache für ganz Südbrandenburg!«, schwärmte Helmchen. »Solch ein Flügel ist in der gesamten Region, auch in Cottbus, nicht zu finden.« Er besitzt »viel Tiefe, die Mittellage singt, hat Brillanz in der Höhe, eine sehr warme Tonqualität und Weichheit«, schwärmte auch Johanna Zmeck, die gleich noch ein kleines Konzert spielte. Angelockt davon, lobte Gerrit Glaner als künstlerischer Leiter bei Steinway & Sons die tolle Entscheidung und das Engagement des Finsterwalder Kulturvereins. »Mit dem Flügel bekommt ihr die besten Steinway-Artists der Welt nach Finsterwalde!« Nassib Ahmadieh hat für das Konzert zur Eröffnung der Stadthalle auch schon einen besonderen Pfeil, sprich Pianisten »im Köcher, wo er aber noch bleiben muss«, schmunzelt er.

Am 4. März soll der »Finsterwalder Steinway« den Weg in die Aula des Sängerstadt-Gymnasiums finden, wo am 5. März das diesjährige Kammermusikfestival startet, in dessen Rahmen der Steinway am 12. März zum ersten Mal ertönen wird, auch wenn die Konzerte nur digital möglich sein sollten. Bevor er in die Stadthalle umzieht, wird der Steinway sachgerecht im Gymnasium gelagert. »Finsterwalde und unserem Kulturverein ist eine einmalige Sache gelungen!«, resümiert Nassib Ahmadieh begeistert.

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