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Schützenfest im Folienzelt

Sallgast. Noch wird nicht scharf geschossen, doch die Schützenkönige stehen schon fest. Sie kommen wie immer im Lenz aus der Familie »Asparagaceae«. Mit anderen Worten: Veronika der Spargel wächst!

Diesmal lässt sich das Edelgemüse allerdings etwas mehr Zeit als im Vorjahr, weiß Eckhard Kuhl, Chef der Spargelbau Sallgast GmbH: »Es ist zwar ordentlich was passiert im Wurzelbereich der Pflanzen, aber die Sonne hat erst kurz vor Ostern so richtig begonnen die Felder mit Wärme zu verwöhnen. Letztes Jahr konnten wir bereits ab dem 24. März mit dem Stechen beginnen. Ich gehe aber davon aus, dass in dieser ersten Woche nach Ostern, der Startschuss für die Ernte erfolgen kann.« Ein Startschuss, der im ersten Lockdown-Jahr für viele Brandenburger Spargelbauern mit einer Fehlzündung begann.

Startschuss 2021

Die dringend benötigten Erntehelfer aus Polen oder Rumänien durften zweitweise nicht einreisen oder mussten teuer eingeflogen werden, die Hygienemaßnahmen und Abstandsgebote erforderten ungeplante Investitionen, Ersatzkräfte aus dem eigenen Land blieben ein »rares Gut« oder nur immer kurz auf den Feldern. Was sich inzwischen eingespielt haben soll. »Unsere treuesten Erntehelfer konnten wir bereits einquartieren. Zunächst müssen alle, die zu uns kommen, in Quarantäne und dürfen auch während der Saison das Gelände nicht verlassen, was nicht gerade schön ist. Weshalb wir aber versuchen es allen Beteiligten so angenehm wie möglich zu machen. Wobei besonders unser betriebseigener Hofladen mit seinem breit gefächerten Angebot für Waren des täglichen Bedarfs eine wichtige Rolle spielt«, so Kuhl.

Was die allgemeine Zukunft helfender Hände für seine Felder angeht, macht sich der Geschäftsführer aber schon ein paar Sorgen, allein aus demografischen Gründen: »Es wird zum Beispiel immer schwieriger Saisonkräfte aus Polen zu bekommen. Unsere Stammhelfer werden schließlich nicht jünger und deren Kinder oder Enkel verschlägt es immer seltener auf unsere Felder. Selbst die Polen müssen inzwischen auf Erntehelfer aus der Ukraine zurückgreifen.«

Spargelsilvester

Wie auch immer, abgerechnet wird am 24. Juni (Spargelsilvester), wenn die letzte Stange gestochen ist. Und es könnte eine gute Ernte werden, so es gewagte Wettervorhersagen prognostizieren. Gute Ernten haben aber in Corona-Zeiten nichts mit guten Gewinnen gemein. Nach wie vor fehlen den Spargelbauern die Großkunden, ganz besonders die Gaststätten der Region. Ein guter Grund, in den kommenden Wochen die eine oder andere Stange mehr in den heimischen Kochtopf zu werfen. Freilich, Spargel ist kein Impfstoff und hilft weder gegen Pest, Cholera und Covid, dürfte aber ein idealer und schmackhafter Kampfstoff gegen Frust im Lockdown sein.

Nebenverdienst

Wer sich in diesen Zeiten permanenter Geldbörsenentleerung etwas dazu verdienen möchte, einen Führererschein besitzt und den Umgang mit Menschen nicht scheut, kann sich in Sallgast noch als Verkäufer oder Logistiker bewerben. Einfach anrufen und nachfragen unter Telefon: 035329 / 261.

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