Peter Aswendt

Barbara-Kanal ist eröffnet

Senftenberg. Er ist der zweite schiffbare Kanal im Lausitzer Seenland – der Barbara-Kanal, der den Geierswalder See mit dem Partwitzer See verbindet. Jetzt wurde die offizielle Eröffnung gefeiert.

 Nun ging alles ganz schnell: Von der Unterzeichnung des Nutzungsvertrages, zwischen der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und dem Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) und der Freigabe der Schiffbarkeit, verging nur etwas mehr als ein Monat. »Ich habe es selbst überprüft, alle Schifffahrtszeichen sind korrekt angebracht«, bestätigt augenzwinkernd Dietrich Gökelmann, Präsident der zuständigen Behörde, der Landesdirektion Sachsen. Seitens der Geschäftsleitung der LMBV, verwies Klaus Zschiedrich darauf: »Durch den Barbara-Kanal haben wir nun immerhin 3 000 Hektar an Wasserfläche komplett touristisch nutzbar.« Michael Harig, Landrat des Landkreises Bautzen, sieht positiv in die Zukunft: »Es ist schön, dass der Kanal jetzt seine touristische Funktion ausüben kann, das wird noch mehr Menschen für das Seenland interessieren.« Dass der Barbara-Kanal länderübergreifend eine große Bedeutung hat, steht für Siegurd Heinze, Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, fest: »Es ist gut angelegtes Geld.« Dieses beläuft sich auf eine Höhe von zirka 2,5 Millionen Euro. Dabei beginnt der Barbara-Kanal oder auch Überleiter 9 mit der Schiffbarkeit seine zweite Karriere im Lausitzer Seenland. Bereits in den frühen 2000er Jahren war er für die Flutung des Partwitzer Sees mit verantwortlich.

Mit Erreichen des Wasserstandes von 101 Meter über dem Meeresspiegel (NHN) im Partwitzer See, war der Weg frei für die Erschließung des Kanals für den touristischen Bereich. Mit seiner 1 150 Meter Länge und beidseitigen Anlegemöglichkeiten, bietet der Kanal eine Durchfahrt für Fahrgastschiffe, Segelboote und Motorboote und geübte Paddler. Durch die Wehranlage und Brücke werden die Durchfahrtsbreite von 3,20 Meter und die Höhe von 3,05 Meter vorgegeben. Inwiefern sich diese Wehranlage als Nadelöhr für sportbootbegeisterte Wassertouristen erweist, bleibt abzuwarten: »Wir gehen da locker ran«, sagt Jürgen Neudling. Der Hallenser Wassersportler macht zufällig auf seiner Fahrradtour auf der Brücke am Barbara-Kanal einen Stopp. »Ich besitze ein Segelboot, eine Rethana 25, da muss ich den Mast eben einfach umlegen, wenn ich hier durch will. Im nächsten Jahr komme ich garantiert mit meinem Boot.«

Auch für Detlev Wurzler, Verbandsvorsteher des brandenburgischen Teils des Lausitzer Seenlandes (LSB) hat die Kanaleröffnung viele positive Aspekte: »Bis jetzt waren wir die Hochburg der Radtouristen, aber jetzt kommen wir im Seenland immer weiter zum eigentlichen Gegenstand, dem Wassertourismus«, ist er sich sicher. »Mit unserem Hafencamp haben wir extra solche Ausgangspunkte für den Wassertourismus geschaffen.« Ein wenig neidisch blickt er auf seine sächsischen Kollegen, die ihre Freizeitkapitäne ganzjährig auf dem sächsischen Teil fahren lassen können: »Vielleicht gibt es da mal eine länderübergreifende Reglung, je mehr Seen verbunden werden«, hofft der LSB-Chef. Um einen attraktiven Wassertourismus anzubieten, braucht man auch attraktive Anlegemöglichkeiten. Hier ist am Partwitzer See noch sehr viel Nachholbedarf. »Wir haben seitens des Amtes Mittel beantragt, aber wann ein entsprechendes Vorhaben begonnen werden kann, steht terminlich noch nicht fest«, sagt Matthias Müller vom Amt Elsterheide.

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Jenny Elbe beendet ihre Karriere

Dresden. Sie wollte noch einmal Olympia erreichen, hatte dafür bereits die Vorbereitung mit einem Trainingslager in Griechenland gestartet. Doch nach ihrer Rückkehr kam für Dreispringerin Jenny Elbe vom Dresdner SC die bittere Erkenntnis: Der Körper will nicht mehr. Mit 29 Jahren muss die mehrfache deutsche Meisterin und Olympiateilnehmerin von 2016 ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden. „Ich bin sehr traurig, diese Entscheidung treffen zu müssen. Somit ist der Traum von meinen zweiten Olympischen Spielen geplatzt. Es fällt mir unheimlich schwer, Abschied vom Leistungssport nehmen zu müssen. Aber die Gesundheit geht in diesem Fall vor! Ich bin sehr stolz und glücklich über alles, was ich erreicht habe und dankbar für all die Jahre, in denen ich gemeinsam mit meinem Vater und Trainer wunderschöne Erlebnisse und Erfahrungen in meinem Sport sammeln durfte. Dankbar bin ich vor allem meinem Verein DSC 1898, sowie meinen Sponsoren und Unterstützern, die an mich geglaubt haben und ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre“, sagte Jenny Elbe. Ihr Trainervater Jörg Elbe ergänzt: „Jennys schwerwiegendere Rückenverletzung hat sich nach einer dreimonatigen Rehaphase nicht entscheidend gebessert. Somit war für sie immer noch keine hundertprozentige Belastung im Training möglich, die für Weiten über 14 Meter benötigt wird. Auf ärztliches Anraten hin soll Jenny nicht springen und sich jetzt weiteren Therapiemaßnahmen unterziehen. Es ist ein herber Rückschlag, denn sie wollte nach Tokio und erst danach ihre lange Karriere beenden. Um das alles zu verarbeiten, hat sich Jenny erst einmal eine Auszeit genommen und wird erst ab dem 14. November wieder im Land sein.“ Bereits seit 2017 warfen Elbe wiederholt Verletzungen und Krankheiten zurück, so dass sie in den vergangenen zwei Jahren kaum Wettkämpfe bestritt. Zuletzt konnte sie sich hinter der deutschen Rekordhalterin Kristin Gierisch den Deutschen Vize-Hallenmeistertitel im Februar in Leipzig holen. Ihren letzten Wettkampf in Dresden bestritt Jenny Elbe am 18. Mai 2019, bei dem sie 13,92m erreichte. Danach musste sie verletzungsbedingt die Deutschen Titelkämpfe absagen und verpasste damit auch die WM in Doha. Seit 2012 gewann Elbe drei Deutsche Meistertitel sowie drei Hallenmeistertitel. Bei den Olympischen Spielen 2016 erreichte sie Rang 13. Bei der EM 2017 sprang Elbe auf Platz 6 und wurde 2014 Team-Europameisterin. Sie zählte in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Dresdner Sommersportlern. „Jenny hat seit ihrem ersten Deutschen Meistertitel in der U18 im Jahr 2006 sehr konstant gute und sehr gute Leistungen erbracht. Sie war ein Aushängeschild für den Verein und ein Vorbild für viele jüngere Athleten. Sie wird uns extrem fehlen. Wir wünschen ihr für ihre Zukunft nur das Beste“, sagte DSC-Abteilungsleiter Leichtathletik, Michael Gröscho.Sie wollte noch einmal Olympia erreichen, hatte dafür bereits die Vorbereitung mit einem Trainingslager in Griechenland gestartet. Doch nach ihrer Rückkehr kam für Dreispringerin

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