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»Froh, wieder trainieren zu können«

Schwarzheide. Nach einer 5-monatigen, coronabedingten Pause befinden sich die Mitglieder des Fightclub 193 Schwarzheide e.V. wieder im Training. Der Vereinsvorsitzende Daniel Komorek spricht darüber im WochenKurier-Interview.

Wie sieht Training in Zeiten einer Corona-Pandemie aus?

Wir richten uns beim Training nach den Vorgaben des Landessportbundes, welcher uns regelmäßig über die Coronavorgaben informiert. Wir trainieren in festen Gruppen mit Begrenzung der Anzahl, füllen zur Nachverfolgbarkeit Kontaktformulare aus, desinfizieren nach jedem Training die Halle und lassen täglich eine Grundreinigung durchführen. Diese Maßnahmen stellen unseren Verein finanziell und logistisch vor enorme Herausforderungen, aber wir sind froh dass wir wieder trainieren können.

Datenschützer beklagen den zu offenen Umgang mit den Kontaktlisten in Gastronomieeinrichtungen. Auch Sportvereine müssen solche Listen führen, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Wie gehen Sie damit um?

Wir haben Ordner für jede Gruppe. Die Listen werden nicht offen aufbewahrt. All diese Maßnahmen erfordern einen Mehraufwand bei den Trainern und Disziplin bei den Sportlern. An der Stelle noch einmal einen großen Dank an unsere ehrenamtlich tätigen Trainer für die Umsetzung und Bereitschaft, die derzeitige Herausforderung zu meistern.

Der Fightclub 193 Schwarzheide e.V. ist auch ein sportliches Zuhause für viele junge Menschen. Fast 30 Kinder werden in den Trainingsgruppen betreut. Wie ist dieser Zulauf zu erklären?

Wir haben tatsächlich einen sehr großen Zulauf. Ich denke es liegt an der Art des Sports, an der Herausforderung und auch am Ablauf des Trainings. Vielen Kindern gefällt auch die Disziplin und das Selbstwertgefühl, welches ihnen vermittelt wird.

Der Lausitzer Maiko Kniep unterstützt seit kurzem das Training bei den jungen »Kids-Fighter«. Was erhoffen Sie sich von ihm?

Maiko ist sehr kampfsporterfahren. Wir kennen uns seit vielen Jahren. Gerade im koordinativen und mentalen Bereich kann er sehr viel unsere jungen Sportler vermitteln.

Mit Maiko Kniep gibt es jetzt auch eine Einheit Selbstverteidigung »Nicht mit mir«. Wer kann hier mitmachen?

Mitmachen kann jeder ab 14 Jahre - Männer sowie Frauen. Lockere Sportkleidung sowie saubere Sportschuhe sind als Ausrüstung ausreichend. Vermittelt werden Grundzüge der Selbstverteidigung sowie entsprechendes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und diesen auszuweichen. Das Training wird individuell auf die Kenntnisse und Fähigkeiten des einzelnen angepasst. Trainiert wird montags, 18.30 Uhr, im Fightclub. Interessierte können sich unter   Telefon (0171) 4049965 bei Maiko melden.

Kampfsport gehört zu den Kontaktsportarten. Hier gibt es jetzt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hinsichtlich Wettkämpfen strenge Vorgaben. Früher gab es einen klassischen Ärztecheck mit optischer Bewertung. Heute gehört eine Blutuntersuchung dazu. Sie haben seit vielen Jahren genaue Untersuchungen gefordert. Warum?

Ich wollte immer sicher sein, dass die Sportler gesundheitlich in der Lage sind, einen solchen anspruchsvollen Wettkampf durchzuführen und natürlich für meine Sportler sicher sein, alle gesundheitlichen Risiken auszuschließen. Etwa das kein beteiligter Sportler  eine ansteckende Krankheit  hat oder gedopt hat.

Wie betrachten Sie jetzt diese verschärften Gesundheitsvorgaben?

Dass man jetzt während der Coronaphase über solche Themen nachdenkt ist richtig. Ich wundere mich aber, dass es jahrelang nicht getan wurde. Wichtig ist, dass es einheitliche Vorgaben gibt.

In diesem Jahr sollte im April der Gong für die 10. Explosion Fight Night (EFN) in Senftenberg erklingen. Coronabedingt mussten Sie diese Veranstaltung verschieben. Der neue Termin ist jetzt der 3. April 2021. Zwar behalten Karten aus diesem Jahr ihre Gültigkeit aber wie sieht es mit den Kämpfern aus. Wird es eine neue Fightcard mit neuen Paarungen geben?

Ich hoffe, dass alle Kämpfe so bleiben können und wir keine großen Änderungen durchführen müssen. Aber wie die einzeln Sportler selbst durch die Coronazeit kommen ist natürlich unklar. Wir sind jetzt in den ersten Gesprächen und hoffen, auch von den zuständigen Behörden, auf baldige Informationen, um diese Veranstaltung ausreichend planen zu können. Derzeit ist ja vieles unklar.

Ein Jubiläum ist immer etwas Besonderes. Wie sehr betrübt es Sie, dass ausgerechnet die Jubiläums-EFN verschoben werden musste?

Das war natürlich sehr ärgerlich. Die enorme Vorbereitung war quasi umsonst. Auch finanziell war dies sehr anstrengend. Ärgerlich war es natürlich auch für die Sportler, die sich darauf vorbereitet hatten. Besonders bei unseren Kids sind dabei schon einige Tränen geflossen. Wir freuen uns jetzt umso mehr auf 2021.

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