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Jubiläum für Naturschützer

Senftenberg. Seit drei Jahrzehnten engagieren sich die Naturschützer des Regionalverbandes Senftenberg e.V. des Naturschutzbundes (NABU) Deutschland für die Region.

Rund 800 Mitglieder zählt aktuell der NABU Regionalverband Senftenberg e.V., erzählt der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Marschka (64). Wie er berichtet, gründet der Regionalverband auf die Tradition des Kulturbundes der einstigen DDR: »Der Kulturbund hatte sich auch um den Naturschutz gekümmert. Nach der Wende gab es dann keinen ehrenamtlich organisierten Naturschutz mehr. Und so wurde von 23 Personen am 23. März 1991 während einer Gründungsversammlung in Freienhufen unser Kreisverband ins Leben gerufen. Gerade auch mit Blick auf den zu Ende gehenden Bergbau war das den Gründern wichtig. Als eine Schwerpunktaufgabe sahen sie bereits damals die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft mit an.«

Junge Leute für den Naturschutz gewinnen

Als Gründungsmitglieder haben sich durch ihr langjähriges aktives Wirken Reiner Sowa aus Senftenberg als Vorsitzender, Dieter Sawall aus Großräschen, Günter Borisch aus Ortrand, Klaus und Giesela Uhl aus Grünewalde und andere, bleibende Verdienste erworben.

Die NABU-Leitlinien wie Artenschutz, Lebensräume erhalten, Umweltbildung und die Mitwirkung an Gesetzen spielten und spielen auch im Regionalverband eine Rolle. In aktuelle Verfahren ist der NABU auch mit Stellungnahmen einbezogen - überwiegend wenn es darum geht, Windkraft- und Solaranlagen in die Landschaft zu setzen.

In den ersten Jahren nach der Regionalverbandsgründung galt es, Struktur in den Verband und in die Region zu bringen: »Naturschutzgebiete und Naturdenkmale wurden neu erfasst. Den Storchenschutz weiter zu aktivieren und auch die Ornithologie im Allgemeinen waren weitere wichtige Themen der Verbandsarbeit. Unsere Ornithologen, die wir jetzt noch haben, sind einst von Werner Blaschke ausgebildet worden. Er selbst war viele Jahrzehnte Weißstorchbetreuer bei uns im Verband«, erzählt Marschka und fügt an, dass sie für die Gewinnung junger Naturschützer das Umweltbildungszentrum an den Start gebracht haben: »Ziel ist es, junge Leute auszubilden, ihnen Fachkompetenz zu vermitteln, damit sie sich hier für den Naturschutz engagieren können. Durch die Corona-Pandemie ist diese Nachwuchsarbeit natürlich etwas schwieriger geworden - aber wir bleiben dran, denn wir brauchen den Nachwuchs. Uns fehlen Leute, die sich aktiv einbringen.«

Wie Beate Erler, Geschäftsführerin des NABU-Regionalverbandes, berichtet, arbeiten sie diesbezüglich mit Partnereinrichtungen zusammen. Diese habe man jährlich erweitern können. »Wir gehen mit unseren Angeboten direkt in diese Einrichtungen, um mehr Kinder erreichen zu können. Monatlich gibt es so eine Veranstaltung in Kitas, Horten und Grundschulen in Senftenberg, Ruhland und Schwarzheide. Vielleicht kommt noch eine Einrichtung in Lauchhammer hinzu«, blickt Beate Erler voraus.

Die Arbeitsgruppen »Fotoworkshop« und »Bienen-Schule« im Tierpark ergänzen das Angebot des Umweltbildungszentrums. Das feiert in diesem Jahr das 10-jährige Bestehen und hat mit dem »Naturführerschein für Kinder und Jugendliche« sowie dem »Naturtrainer für Senioren« zwei neue Angebote entwickelt.

Wie Erler sagt, engagiert sich der Regionalverband zudem auf drei Betreuungsflächen in Meuro, im Rohatsch und Geigersche Alpen. »Mit dem Quellgebiet Wuppen bei Hermsdorf, den Neuteichen bei Lauchhammer sowie der Grünewalder Linse haben wir weitere Flächen in Verbandseigentum«, informiert Beate Erler und fügt an, dass sie aktuell den Vertragsnaturschutz erweitern wollen, um mehr praktischen Naturschutz ermöglichen zu können.

Naturlehrpfad im Schlosspark im Blick

Neue Projekte hat der Regionalverband im Blick. »Wir planen in diesem Jahr verstärkt Exkursionen anzubieten, eine Streuobstwiese an den Neuteichen sowie eine weitere mit dem Lausitzer Wege e.V. zu installieren. Wir unterstützen das Projekt ›Grünes Band‹ um den Senftenberger See und wollen einen Naturlehrpfad im Senftenberger Schlosspark errichten - als Erweiterung des Baumlehrpfades im Tierpark, den wir im August 2020 eingeweiht haben«, erzählt Beate Erler. Laut Marschka gibt es allein im Tierpark 24 verschiedene Baumarten. »Der heute denkmalgeschützte Stadtpark ist in den 20er Jahren auf einer ehemalgen Müllkippe angelegt worden. Und unter den Gehölzen befinden sich zahlreiche Exoten wie etwa eine nordamerikanische Scharlach-Eiche, ein nordamerikanischer Kolben-Sumach oder eine Schwarz-Pappel aus Nordafrika. Das wollen wir gern mit Hinweistafeln sichtbar machen. Derzeit sind wir für diesen Naturlehrpfad mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Gesprächen«, erzählt Marschka.

Das 30-jährige Jubiläum können sie coronabedingt nicht feiern: »Wir bereiten kleine Geschenke als Ehrung für unsere Gründungsmitglieder und als Dankeschön für unsere Kooperationspartner vor.«

Im Internet

Mehr zum NABU Regionalverband sowie Termininformationen gibt es im Internet unter www.nabu-senftenberg.de.

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