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Klinikum: Nächster Schritt erfolgt

Senftenberg. Die Vision eines wirtschaftlich starken Klinikums Niederlausitz nimmt weiter Form an. In Berlin unterzeichneten jetzt Vertreter des Gesellschafters Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) und der Sana Kliniken AG sowie der Klinikum Niederlausitz GmbH den Kauf- und Abtretungsvertrag, teilt OSL-Sprecherin Sarah Werner mit.

Der Kreistag hatte den Landrat per Kreistagsbeschluss vom 17. Dezember 2020 beauftragt, den entsprechenden Vertrag mit Sana zu schließen. Mit der Unterzeichnung des Vertrages sei es jedoch noch nicht getan: Insbesondere stehe noch die Prüfung der Anteilsübertragung durch das Bundeskartellamt und parallel durch das Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Brandenburg aus. Geben diese grünes Licht, erwerbe Sana als drittgrößter Krankenhausbetreiber Deutschlands entsprechend des Kreistagsbeschlusses 51 Prozent der Gesellschafteranteile der Klinikum Niederlausitz GmbH vom Landkreis OSL. Neben dem Verkauf der Anteile regele der Vertrag unter anderem Details zur Ausgestaltung des Medizin- und Standortkonzeptes sowie den Investitionsverpflichtungen seitens Sana. Neben dem Kaufpreis habe Sana Investitionen und die Übernahme bestehender Verbindlichkeiten des Klinikums zugesagt. Diese würden sich jeweils im zweistelligen Millionenbereich bewegen.

Landrat Siegurd Heinze: »Hinter allen Beteiligten liegt ein abstimmungsintensiver Prozess. Das Interessenbekundungsverfahren wurde gründlich, für die Interessenten transparent und im Sinne aller zu erfüllender Wettbewerbskriterien geführt. Das Ergebnis lohnt all die Mühen: Der Vertragsabschluss bedeutet den entscheidenden Schritt zur Zukunftssicherung unseres Klinikums Niederlausitz. Mit Sana erhält dieses einen starken Partner. Mit diesem wird es gelingen, die Häuser medizinisch und wirtschaftlich erfolgreich zu führen. Notwendige Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Häuser können umgesetzt werden. Das Klinikum wird eine neue Stärke und Strahlkraft entwickeln. Ich weiß, dass sich einige der Kollegen über den frischen Wind freuen. Andere stehen einer Neuausrichtung skeptisch gegenüber. Das ist in Ordnung und nachvollziehbar. Am Ende gilt es, alle mitzunehmen und zu überzeugen.«

Das Sana-Konzept habe sich mit dem vorhandenen Sanierungsplan des Klinikums gedeckt. Durch die weitere klare Differenzierung des Leistungsspektrums sollen beide Klinikstandorte – Lauchhammer und Senftenberg – erhalten und gestärkt werden. Mit Blick auf das Standort- und Medizinkonzept ziele das Unternehmen auf eine Verbesserung der Patienten-, Mitarbeiter- und Einweiserzufriedenheit zur Sicherung stationärer Fälle ab.

Die neue Geschäftsführung werde von der Sana Kliniken AG benannt. Dies erfolge nach den notwendigen Freigaben seitens des Bundeskartellamtes sowie des Innenministeriums. Erst dann tritt der Verkauf der Gesellschaftsanteile in Kraft und der konkrete Übertragungsstichtag kann definiert werden, ordnet Heinze den aktuellen Sachstand nach Vertragsunterzeichnung ein.

Dr. Jens Schick sagte, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen in Senftenberg und Lauchhammer. Er kündigte an, dass es zum Start der Partnerschaft entsprechende Informationsveranstaltungen geben werde.

Steht ein Datum für den Übertragungsstichtag fest, wird dieses kommuniziert, allen voran der Belegschaft selbst, stellt Heinze in Aussicht. Er trat in diesem Zusammenhang Gerüchten entgegen, eine neue Geschäftsführung habe bereits das Büro im Gesundheitsspeicher am Standort in Senftenberg bezogen. Ebenso sehe das Medizinkonzept außerhalb der Pandemiebewältigung keine kurzfristigen Schließungen oder Umzüge einzelner Stationen oder Kliniken vor. »Die aktuelle medizinische Leistungserbringung im Klinikum erfolgt unabhängig vom derzeitigen Prozess weiterhin wie gewohnt und auf hohem Niveau. Auch in unserem modernen Geburtenhotel in Lauchhammer kommen weiterhin Kinder zur Welt«.

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