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Ortrander Eisenhütte: Insolvenzverfahren eröffnet

Ortrand. Für die Ortrander Eisenhütte GmbH hat das Amtsgericht Cottbus jetzt das Insolvenzverfahren eröffnet und Rechtsanwalt Olaf Seidel zum Insolvenzverwalter bestellt.

Das Amtsgericht Cottbus hat am 1. Januar 2020 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Ortrander Eisenhütte GmbH eröffnet und Rechtsanwalt Olaf Seidel von der überregional tätigen Kanzlei „AndresPartner“ zum Insolvenzverwalter des Unternehmens bestellt. In Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer Bernd Williams-Boock hat er in seiner Funktion als vorläufiger Insolvenzverwalter seit Antrag auf Eröffnung im Oktober 2019 für die Stabilisierung des Betriebs gesorgt.

„Unsere Zielsetzung ist die Sanierung der Eisenhütte“, sagt Restrukturierungsexperte Seidel.

Um dem Unternehmen eine langfristige Perspektive zu ermöglichen, sucht Olaf Seidel jetzt einen oder mehrere Investoren, die gegebenenfalls auch unter Einbeziehung der bisherigen Gesellschafter in die Eisenhütte investieren wollen. Den geordneten Investorenprozess hat er bereits frühzeitig im vorläufigen Insolvenzverfahren gestartet. Mit ersten Ergebnissen daraus rechnet er Ende des Monats.

Positiv wertet Seidel den Umstand, dass alle wesentlichen Beteiligten die Ortrander Eisenhütte ohne Einschränkung auf dem Sanierungskurs unterstützen. Auch die 234 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen weiterhin zum Unternehmen. Der Geschäftsbetrieb läuft derweil unverändert weiter. Die Kunden des Traditionsunternehmens werden uneingeschränkt in der bewährten Qualität und Termintreue bedient.

„Mit unserem Geschäftsverlauf sind wir sehr zufrieden. Die Auftragslage ist gut. Für die Ausweitung der Produktion suchen wir derzeit neue Fachkräfte“, berichtet Seidel weiter.

Die Beschäftigten seien auf einer Betriebsversammlung bereits über den aktuellen Stand und das weitere Verfahren informiert worden.

Traditionsunternehmen Eisenhütte

Die Ortrander Eisenhütte GmbH geht auf ein bereits 1887 errichtetes Gießereiunternehmen zurück. Nach umfangreichen Investitionen präsentiert das Traditionsunternehmen sich heute als hochmoderne Gießerei für maschinengeformten Eisenguss. In Ortrand arbeiten 234 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit ist der Betrieb der größte Arbeitgeber der Region. Am 22. Oktober 2019 hatte die Ortrander Eisenhütte GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen beim zuständigen Amtsgericht in Cottbus beantragt. Als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht am darauffolgenden Tag den Dresdner Rechtsanwalt Olaf Seidel. Mit der Eröffnung des Verfahrens am 1. Januar 2020 wurde Seidel zum Insolvenzverwalter bestellt.

(PM/Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Olaf Seidel)

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Fertigstellung der S177 verzögert sich – AFD kritisiert

Radeberg. Die neue Schnellstraße S 177 soll künftig dafür sorgen, dass sich der Verkehrsfluss von Radeberg nach Leppersdorf deutlich entspannt und Reisende schneller in den Dresdener Osten oder weiter in Richtung Süden, in das Elbsandsteingebirge gelangen können. „10 Prozent höhere Baukosten und 100 Prozent verlängerte Bauzeit“ Doch bis es soweit ist, vergehen noch ein paar Jahre, denn die Fertigstellung der Schnellstraße kann voraussichtlich erst 2023 abgeschlossen werden. Die eingeplanten Kosten von 53 Millionen Euro werden mit großer Wahrscheinlichkeit überschritten. Der AFD Landtagsabgeordnete Frank Peschel kritisiert die Verzögerung: „10 Prozent höhere Baukosten und 100 Prozent verlängerte Bauzeit. Das ist das traurige Zwischenergebnis des 5,3 km langen Teilstraßenneubaus der S177. Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass sich die Fertigstellung, ohne Angabe von Gründen immer weiter verschiebt, wo der Straßenabschnitt doch bereits 2020 fertiggestellt sein sollte. Mittlerweile wird die Fertigstellung mit 2023 angegeben.“ Deutliche Kritik von Peschel ist auch an bisherige sächsische Infrastrukturprojekte adressiert: „Die Verspätung bei der Freigabe der S177, die gestiegenen Baukosten und Fehlplanungen stehen exemplarisch für die Umsetzung von Infrastrukturprojekten in Sachsen. Das ist völlig inakzeptabel“, so der AFD-Mann Peschel mit ernsten Worten. Finanzierungslücken verzögern die Fertigstellung Auf Nachfrage beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) gibt es aus deren Sicht doch Gründe für die Bauverzögerung. „Die Fertigstellung des Abschnitts zwischen Radeberg und der A4 hat sich auf 2023 verschoben, weil wir letztlich nicht alle ursprünglich geplanten Baulose in das letztjährige Finanzierungsprogramm einordnen konnten.“ Heißt konkret: Die Finanzierung konnte nicht gewährleistet werden und ist abhängig vom Doppelhaushalt 2021/2022. Wie gehen die Arbeiten derzeit voran? Der Plan für die kommenden Wochen sieht so aus, dass Ausweichstellen für den Linienbusverkehr auf der K 9254 (zwischen Wachau und Kleinröhrsdorf) geschaffen werden. Diese soll während der im Mai beginnenden Vollsperrung der S 95 als Umleitungsstrecke dienen, um dann den Streckenabschnitt zwischen Radeberg und Leppersdorf - der künftigen S 177 - baulich fertigzustellen. Die neue Schnellstraße S 177 soll künftig dafür sorgen, dass sich der Verkehrsfluss von Radeberg nach Leppersdorf deutlich entspannt und Reisende schneller in den Dresdener Osten oder weiter in Richtung Süden, in das Elbsandsteingebirge gelangen…

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