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Spektakel blickt auf Vereinigung

Senftenberg. Mit »Über Deutschland denken – Denken über Deutschland – Deutschland überdenken« zeigt die neue Bühne Senftenberg am 3. und 4. Oktober eine szenische Zeitreise zu 30 Jahre Wiedervereinigung.

Wissen Sie, dass die DDR zwei Verfassungen hatte? Dass man im sogenannten Westen nach dem Krieg wieder die Weimarer Republik wollte? Oder kennen Sie die verschollene und nie gesungene dritte Strophe des Liedes »Sag mir, wo du stehst« von der legendären DDR-Singegruppe »Oktoberklub«? Diese und viele andere spannende Fragen werden während des Vereinigungsspektakel in der neuen Bühne Senftenberg aufgeworfen.

Kein Geringerer als Heiner Müller (†1995), der als großer deutschsprachigen Dramatiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und zu den bedeutendsten Schriftstellerpersönlichkeiten der DDR zählt, liefert die Szenen der Zeitreise. Auf drei Bühnen erfährt der Zuschauer im Wechsel, was es bedeutet, Arbeiter, Bauer oder Staat zu sein. Dabei kommen so namhafte Müller-Werke wie »Die Umsiedlerin« oder »Die Korrektur« auf die Bühne. Aber alles beginnt im großen Theatersaal.

Bühnentechnik trifft Weltgeschichte

Die Zeitreise beginnt für die Zuschauer im großen Thetersaal, im Jahr 1941, wenige Minuten vor Kriegsende, also der Stunde Null, in einem Wald vor Moskau. Und dann kommt ein überraschender technischer Statist ins Spiel, der treffender die damalige Zeit nicht wiedergeben kann. Es ist der »Eiserne Vorhang«, der die Zuschauer in die sowjetische Besatzungszone versetzt. Eigentlich wird dieser Vorhang als Brandschutz im Theater eingesetzt, aber basieren auf die Winston-Churchill-Rede von 1946, wo er vom »Iron Curtain« sprach, ist der »Eiserne Vorhang« das Symbol für die Spaltung von Ost und West.

Dreigeteilt mit Überraschungen

So »gespalten« gelangen die Zuschauer in drei Gruppen zur Arbeiter-Bühne, Bauern-Bühne oder zum Staat, wo die zwei Verfassungen der DDR verglichen werden und Erstaunliches hervorbringen. Oder wussten Sie, dass in der ersten DDR-Verfassung von nur einem deutschen Staat gesprochen wurde? Man erfährt, dass eine unermessliche Dynamik bei den Menschen vorhanden war, die eine gesellschaftliche Utopie trugen und warum es zum Wandel in der DDR und schließlich dann doch zur Staatspleite kam. Überraschendes passiert auf den Gängen zum nächsten Spielort, denn schließlich muss in den Pausen coronagerecht desinfiziert werden. Und so manch eine Garderobe wird an einem ungewöhnlichen Ort aufbewahrt. Eben ganz wie es sich für ein Spektakel gehört.

Eine große Pause auf dem Theaterhof bietet neben den leiblichen Genüssen ebenfalls ein Relikt der DDR-Vergangenheit: Es wird Westfernsehen geschaut! Die Hofbühne dient als übergroßer Fernseher, auf dem Werbespots der damaligen Zeit laufen, denen so mancher DDR-Bürger erlagt.Nach der Pause geht es mit dem Epilog im Rahmen des Lausitz-Festivals weiter. Das erstmals in der Nieder- und Oberlausitz stattfindende Kulturfestival zeigt an der neuen Bühne Senftenberg eine Inszenierung von Florian Hein mit Texten von Thorsten Nagelschmidt. Die Uraufführung steht am Ende der deutschen Zeitreise und führt in die Gegenwart.

Das dreistündige Spektakel wird von Manuel Soubeyrand inszeniert. Westfernsehen schauen durfte Tilo Esche. Neben dem gesamten Ensemble der neuen Bühne ist Nicole Haase mit auf der deutschen Zeitreise. Natürlich ist den Hygienebestimmungen in Brandenburg geschuldet, nur eine geringe Anzahl von Zuschauern möglich.

Termine und Karten

  • Samstag, 3. Oktober, 19.30 Uhr
  • Sonntag, 4. Oktober, 18 Uhr
  • Karten online unter www.theater-senftenberg.de oder zu den Öffnungszeiten der Theaterkasse

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