Elisa Thaute

Ein Problem der nächsten 100 Jahre

Spremberg. Verockerung der Spree nimmt weiter zu / 2. Studie offenbart alarmierende Zahlen

Die Verockerung der  Spree ist ein Jahrhundertproblem, das kein historisches Vorbild kennt und in seiner Art weltweit einmalig ist. Das sind Feststellungen, die rund 200 interessierte Bürger bei der 3. Bürgerversammlung zum Thema "Braune Spree" am 8. Januar  in Spremberg zu hören bekamen.

Aufmerksam folgten die Zuhörer, die längst nicht alle einen Platz in der Aula der  Oberschule fanden, den Ausführungen von Dr. Wilfried Uhlmann vom Institut Wasser und Boden aus Dresden. Die zweite Studie zum Thema Eiseneintrag in die Spree offenbart Zahlen, die manchem im Saal kalte Schauer über den Rücken jagen. Dr. Uhlmann zeigte auf, dass der Eiseneintrag seit 2011 beträchtlich zugenommen hat. Er erfolgt nicht allein aus der Kleinen Spree, sondern auch aus der  Spreewitzer  Rinne. Diffuse Grundwasserzuflüsse sind zu über 50 Prozent für die Eisenbelastung verantwortlich.  Betroffen ist ein Gebiet des Altbergbaus auf sächsischem Gebiet von etwa 30 Quadratkilometern. Durch den Grundwasserwiederanstieg wird das aus  Pyrit entstehende Eisenhydroxid und Sulfat in den Fluss gespült. Drei Quellen für den Eiseneintrag wurden festgestellt - die pleistozänen Grundwasserleiter sowie die Innen-  und Außenkippe Burghammer. Das Problem ist in den nächsten 100 Jahren aus Sicht der Experten nicht lösbar, der Höhepunkt steht noch bevor.

Lösungsvorschläge

Mit hohem Aufwand ist es möglich, den Eiseneintrag zu mildern, eine Halbierung wird angestrebt. Flussnahe Wasserfassungen  wie Randgräben, Tiefendrainage und Brunnenriegel könnten einen Teil des Eisenhydroxids abfangen. Denkbar wären außerdem eine unterirdische Wasserbehandlung, die Wasserableitung und die Behandlung in Grubenwasserreinigungsanlagen. Auch teilumschließende Dichtwände schlägt Dr. Uhlmann vor. Die Wirkungsweise der verschiedenen Maßnahmen muss wiederum geprüft werden.Eine wichtige Frage ist dabei die Finanzierung. Das Geld wird vor allem über das Verwaltungsabkommen V zur Braunkohlesanierung bereit gestellt, das ab diesem Jahr bis 2017 gilt. "Erste Anträge für konkrete Teilprojekte wurden gestellt" , versichert Eckhard Scholz von der LMBV, der deren Umsetzung für 2014 anvisiert.  Allerdings ist das 1,3 Milliarden schwere Verwaltungsabkommen für vier Bundesländer gedacht, die sich das Geld für ihre wichtigen Projekte teilen müssen.Ingolf Arnold, Leiter Geotechnik von Vattenfall versichert, dass das Bergbauunternehmen Reserven für die Wasserreinigung hat, die ebenfalls in Anspruch genommen werden könnten.Das Bündnis "Klare Spree", das im Spreewald gegründet wurde und dem auch Spremberg angehört, war ebenfalls  mit mehreren Vertretern nach Spremberg gekommen. Aufmerksam wird beobachtet, wie die Verockerung auch in der Talsperre  Spremberg voranschreitet.  Die Eisenbelastung ist fast schon an der Staumauer angekommen. Erste Anzeichen im Spreewald bereiten vor allem den Touristikern Sorgen. Sie fordern zusätzlich ein Monitoring der Talsperre und eine Entschlammung. Ein  durch den NABU Spremberg gefordertes und bereits durchgeführtes biologisches Monitoring hat bisher keine Beeinträchtigung des Fischbestandes aufzeigen können, obschon der NABU den Rückgang der Artenvielfalt an der Spree beobachtet. Der NABU Spremberg erinnert daran, dass die Talsperre Spremberg ein Naturschutzgebiet ist, dem besondere Aufmerksamkeit zukommt.Am Ende der Bürgerversammlung traf Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze einige Festlegungen für das weitere Vorgehen. Die Ergebnisse der Uhlmann-Studie werden auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht. Außerdem beantragt Spremberg an der Sitzung des Steuer- und Budgetausschusses am 6. Februar teilnehmen zu dürfen. Ein Schreiben an die Staatskanzlei wird aufgesetzt mit der Bitte, die Koordinierungsfunktion zu übernehmen. Die nächste konkrete Maßnahme zur Reinigung des Wassers wird im Ausschuss Bauen, Ordnung, Sicherheit diskutiert. Die Stadt will sich außerdem für Ausgleichsmaßnahmen stark machen, denn durch den Grundwasser-Wiederanstieg ist das ökologische Gleichgewicht in mehreren Kleingewässern der Region bedroht.  Zudem regt der Bürgermeister eine enge Zusammenarbeit mit der BTU Cottbus und  erfahrenen lokalen  Unternehmen an.

Foto: Auch wenn die Spree an manchen Tagen nicht sehr braun wirkt, ist die Eisenfracht doch an den Ufern und an den Gewässerbauwerken, wie hier am Spremberger Mühlenwehr, deutlich zu erkennen./ archiv/ kri                      

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DEL2 hält am geplanten Saisonstart fest

Dresden. Die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) hält in Abstimmung mit den DEL2-Clubs an einem Saisonstart am 6. November mit den gültigen örtlichen Vorgaben fest. Dies bestätigten die Gesellschafter am Freitagabend im Rahmen einer Gesellschafterversammlung mittels Videokonferenz. Damit einhergehend wurde auch der Spielplan für die Saison 2020/2021 festgelegt. Das Eröffnungsspiel findet dabei beim DEL2-Hauptrundengewinner der vergangenen Spielzeit statt, wenn die Löwen Frankfurt die Kassel Huskies empfangen. Das Derby ist gleich zu Beginn ein sportliches Highlight und stellt zudem eine symbolträchtige Partie dar. Beide Mannschaften kämpfen mit den Bietigheim Steelers um den Aufstieg in die DEL. Die Schwaben treten am ersten Spieltag auswärts an und sind beim EC Bad Nauheim gefragt. Diese Spielzeit stellt mit Sicherheit jeden vor eine besondere Herausforderung. Clubs und Liga hoffen auf weitere Lockerungen für Sportveranstaltungen und bitten zudem ihre Fans die notwendigen Vorgaben und Regeln einzuhalten. Auch weiterhin haben Einschränkungen im Zuschauerbereich wirtschaftliche Auswirkungen auf die Clubs. Die Verantwortlichen hoffen daher auf die Unterstützung und volle Auslastung der möglichen Kapazitätsgrenzen. Aufgrund des verschobenen Saisonstarts wurde auch das Ende der Hauptrunde angepasst. Wie gewohnt soll es eine Doppelrunde mit insgesamt 52 Spieltagen geben. Jedoch wird diese nicht Anfang März zu Ende sein, sondern erst am 11. April 2021. Dies gibt den Clubs einen gewissen Spielraum, falls Partien verschoben werden müssen. Zudem konnten so die Belastungen an den Wochentagen gering gehalten werden. Änderungen sind jedoch vorbehalten. Die Terminierung für die Playoffs und Playdowns in der DEL2 befindet sich noch in der Absprache und wird zu gegebener Zeit veröffentlicht. René Rudorisch, DEL2-Geschäftsführer: „In erster Linie freuen wir uns, dass wir uns nun zielgerichtet auf den Saisonstart fokussieren können. Somit kommen die Aufgaben und Planungen wieder in einen normalen Rhythmus. Weit entfernt von der Normalität werden jedoch die Gegebenheiten in den Arenen sein. Umso mehr erhoffe ich mir die Unterstützung der Fans und Sponsoren, dass wir gemäß den Vorgaben der Behörden zur Pandemiebekämpfung das Optimum für die Clubs erreichen und gemeinsam dafür einstehen, dass die Clubs im Rahmen der Bedingungen überlebensfähig sind. Ein weiteres Hinauszögern der Saison stellt für uns keine Alternativ dar - weder für die Clubs, Liga, Fans und Sponsoren und natürlich die Spieler und ihre Familien. Gleichzeitig müssen weitere Lockerungen gelingen, um die Wirtschaftlichkeit der Clubs in dieser Saison sicherstellen zu können.“ Wie bereits in der Vergangenheit wird es für die Fans den Kalender-Service geben: Es können die Spielpläne für die jeweiligen elektronischen Kalender für jeden einzelnen Club heruntergeladen werden. Auch der komplette Spielplan steht als Alternative zum Download bereit. Die Datei muss zur Integration in den eigenen Kalender jeweils Lokal oder in einem Cloudlaufwerk gespeichert sein. Dies ist vor allem beim Import über mobile Endgeräte wichtig. Die Angaben sind ohne Gewähr. Spielplan: https://www.del-2.org/liga/archiv/123/spielplan/  (pm/DEL2)Die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) hält in Abstimmung mit den DEL2-Clubs an einem Saisonstart am 6. November mit den gültigen örtlichen Vorgaben fest. Dies bestätigten die Gesellschafter am Freitagabend im Rahmen einer Gesellschafterversammlung…

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